Kurzwelle Equipment

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Geschrieben von: Günther Löbel   

Diese Seite behandelt die Frage: Mit welchem Equipment kann ich erfolgreich auf  Kurzwelle arbeiten?


Nun wird jeder unter 'erfolgreich' etwas anderes verstehen - und das ist gut so:

  • mit minimaler Leistung und Kompromissantenne Europa arbeiten, nur gelegentlich DX
  • mit kleiner Leistung aber mit guter Antenne regelmäßig DX arbeiten
  • mit kleiner Leistung und schlechter Antenne gelegentlich auch DX arbeiten
  • mit großer Leistung und guter Antenne regelmäßig DX arbeiten und bequem DX-Cluster-Pile-Ups knacken


In der Regel wird sich ohnehin jeder nach seiner Decke strecken müssen. D.h. bei viel Platz für Antennen eben nicht allzuviel Geld ausgeben zu müssen oder bei kleinem (oder gar keinem) Grundbesitz auch eine gute Lösung zu finden. Ist Platz und Geld vorhanden, wird der entsprechende OM ohnehin keinen Ratschlag benötigen.

Wichtig ist zu wissen, daß es immer einen Weg gibt auf Kurzwelle QRV zu werden. Leider ist hier eine Tendenz feststellbar: "Entweder eine Super-Station oder ich verzichte aufs Funken". Das liegt auch daran, sich gegebenenfalls als schlechterer  Funkamateur zu fühlen gegenüber jenen OM's mit den großen Anlagen. Hier möchte ich anmerken, dass man mit guter Betriebstechnik (und ignorieren der Meldungen im DX-Cluster) den 'Grossen' durchaus (natürlich nicht immer) nahe kommen kann. Man muss sich mehr bemühen, dafür ist die Genugtuung es mit Minimalaufwand zustande gebracht zu haben dann umso grösser!

An dieser Stelle möchte ich noch die Betriebsarten CW und PSK31 erwähnen, welche ebenfalls extrem dazu beitragen mit minimalem Aufwand erfolgreich zu sein.

Unter Ausrüstung versteht man in der Regel Kurzwellentranceiver und Antenne (plus ein bißchen Zubehör).

Bezüglich Funkgerät traue ich mir zu behaupten, für die erste Zeit tut es (bei kleinen Antennen) JEDER funktionierende Transceiver. Somit ist auch wenig Geld hier keine Ausrede. Gebrauchttransceiver, welche vor Jahren noch wirklich teuer waren gibt es teilweise zum Spotpreis. Auch neue Transceiver kleinerer Bauart sind neu bereits unter 600,-- zu bekommen (144 und 432 Mhz gibt es dann noch obendrauf).
Will man nur Kurzwelle machen, ist man mit einem reinen Kurzwellengerät sicherlich besser bedient. Das Thema 'welchen Transceiver für mich' ist hier aber nicht klärbar. Besser ist es dies indviduell zu klären.  Fest steht, dass der Transceiver nicht schuld sein wird am  Misserfolg - viel eher schon die Antenne.

Fortsetzung folgt

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 07:03 Uhr

 

Antennen für alle Fälle - eine Auswahl

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Geschrieben von: Günther Löbel   

Antennen für alle Fälle - eine Auswahl

Nachfolgend stelle ich meine persönlichen Favoriten für die jeweils gegebenen Umstände vor:

  • Man hat ein bißchen Platz und will nichts aufs Dach montieren (verbaute Umgebung) - die G5RV
  • Man hat die Möglichkeit für eine Stabantenne - am Dach oder ebenerdig bei freier Lage - die Multiband Vertikal
  • Man hat die Möglichkeit eine größere Antenne am Dach zu errichten - der klassische Beam
  • Man hat die Möglichkeit einen Gittermasten zu errichten - Beam + Sloper für die Low-Bands
  • Man hat keine der obigen Möglichkeiten, aber einen Balkon - ein kurzer Draht tuts auch
  • Man hat auch keinen Balkon - die Magnetantenne



Die G5RV - billig und flexibel QRV von 10 - 80 Meter


Diese Antenne ist eine meiner persönlichen Lieblingsantennen für (fast) alle 'Lebenslagen'. Sobald man ein bißchen Platz hat - wirklich nicht viel - sollte man diese Antenne probieren.

Sie ist sowohl im Handel sehr günstig zu erwerben, als auch selbst einfach herzustellen. Wichtig ist zu wissen, dass ein Antennentuner hier zwingend notwendig ist (einziger Nachteil, dafür ist man sehr flexibel).

Die Antenne besteht aus 2 x 15,6m Draht sowie 9,60m Zweidrahtleitung mit 300 Ohm. Am Ende der Zweidrahtleitung kann die Einspeisung mit 50 Ohm Koaxkabel beliebiger Länge erfolgen. Dieses wird dann am Tuner angeschlossen - fertig. Wird mit kleiner Leistung (bis 100 Watt) gearbeitet, kann man mit einem extrem dünnen Draht (z.B DX-Wire) diese Antenne nahezu unsichtbar installieren.


Logischerweise ist es auch für diese Antenne positiv, wenn sie hoch und frei hängt. Die Zweidrahtleitung sollte wenn geht vertikal aufgehängt werden, da sie auf einigen Bändern ebenfalls mitstrahlt.
Dies sind aber die Optimalvoraussetzungen.

Praktische Versuche haben gezeigt, daß man dieses 'Ding' kreuz und quer aufhängen kann, wie es sich eben gerade ausgeht. Manchmal liegt halt die Zweidrahtleitung im Shack oder sonstwo herum, mit dem Matcher geht es immer! Und zwar erprobterweise von 10 - 80M.

Man kann die Antenne auch auf 160M betreiben. Bei der Einspeisung kurzgeschlossen und dann noch eine passende Erde als Masse gesucht und am Einspeisepunkt angeschlossen. Auch schon erprobt, ging bei 5 Meter (!) Aufbauhöhe von SV9 bis 9A,hi. Aber innereuropäischer Verkehr ist so auch möglich.

Ansonsten besitzt man eine für alle Bänder DX-taugliche Antenne!






Bild: G5RV Urlaubsaufbau - immerhin Platz Nr. 1 in EA8 bei der IARU HF Championship in CW,hi
 

 


Die Multiband-Vertikal Antenne:


Diese Antenne ist aufgrund ihres geringen Platzbedarfes sehr beliebt.

Zu beachten ist, dass diese Antenne

  • am Boden montiert sehr frei stehen sollte
  • am Dach montiert nicht direkt neben einem anderen Mast (TV) stehen sollte.


Am Dach sowieso obligat kann auch ein ordentliches Radialnetz am Boden nicht schaden. Dies ist zusätzlich auch eine Abstimmhilfe. Hier sei auch erwähnt, dass der Abstimmvorgang durchaus einige Zeit beanspruchen kann, da sich ja fast alle Elemente gegenseitig beeinflussen. Also ein bißchen Geduld beim Aufbau mitbringen, früher oder später stellt sich der Erfolg ein.

Andere Modelle bieten ein System ohne Radials an, meiner Meinung nach ist aber ein gutes Radialnetz für die uns wichtige flache Abstrahlung ein Muss - es geht ja nicht nur um das Stehwellenverhältnis.

Zwei Modelle kenne ich persönlich gut und sind mit ihrer Länge von 7,5m auch leicht zu handhaben:

  • HF6V von Fa. Butternut (10,15,20,30,40,80M)
  • DX-88 von Fa. Hy-Gain (10-80M inkl. WARC)


Letzter ermöglichte das Erarbeiten des 5-B-DXCC, montiert auf dem Dach mit dem Standard-Radialsatz (nur 2 Stück je Band).

 

Butternut HF6V


Diese Antenne besticht meiner Meinung nach durch
  • geringes Gewicht
  • geringer Preis
  • keine Traps

Kann man also auf 12 und 17M verzichten, so würde ich diese Antenne wählen. Die Lösung für das 15M-Band erscheint auf Anhieb etwas merkwürdig, funktioniert aber bestens.

Da keine Traps das Gewicht im oberen Bereich anreichern ist diese Antenne jedem Sturm gewachsen - ohne Abspannung.

Die Abstimmung erfolgt am einfachsten, in dem man sich exakt an die Bedienungsanleitung hält (Zoll umrechnen) und sich anschließend durch Variieren der Luftspulen herantastet (Zeit lassen).

Auch hier gilt: so viele Radials wie möglich auslegen! Auch die Länge der Radials hat natürlich - wie bei jeder Groundplane Antenne - einen Einfluss auf die Resonanzen. Also wenn man mit der Spielerei direkt an der Antenne auf keinen grünen Zweig kommt - Radiallängen ändern!

Durch ihre Abmessungen ist sie optimal für 30 und 40 Meter geeignet und durchaus eine brauchbare DX-Antenne. Selbiges gilt eingeschränkt für 80 Meter, wobei man hier wie bei allen Multibandantenne geringer Länge mit einem kleinen Bereich, in dem die Antenne resonant ist, rechnen muss.
 

Hy-Gain DX-88

Aufbau
Diese Antenne habe ich selber am Home-QTH über einige Jahre betrieben und ich kann nur positives berichten. Sie ist mit ihren vielen Traps wirklich eine sehr gewichtige Sache. Der Aufbau erfolgte bei mir bequem in der Wohnung.

Die Antenne unterscheidet sich von der oben beschriebenen im Aufbau wesentlich. Man sollte es sich hier gemütlich machen und die vielen Teile in Ruhe zusammenbauen. Die Antenne ist wesentlich massiver gefertigt als das Modell von Butternut, dies schlägt sich natürlich im Gewicht (und im Preis) nieder.

Abgleich
Gewisse Bänder sind relativ weit oben am Strahler abzugleichen, bei aufgestellter Antenne demnach schwierig zu erreichen. Wenn möglich das Ding am Boden aufstellen und sich dort mit dem Abstimmen der einzelnen Bänder (immerhin 8 Bänder) beschäftigen. Die Veränderung zum Standort Dach war bei mir kaum spürbar. Verwendet wurde der Standard-Radial-Satz, der 2 Radials pro Band vorsieht. Die 80Meter-Radials mussten hierbei etwas in Kurvenform verlegt werden,hi.

Ansonsten haben sich die einmal eingestellten Resonanzen (wiederum: beim Abgleich Zeit lassen) dann über Jahre nicht verändert! Diese Antenne ist auch getrost - trotz ihrer Traps - mit 'ein wenig' Leistung zu belasten.

Betrieb
Die Antenne hat unabgespannt einen der stärksten Stürme (der eine Schneise durch den benachbarten Wald legte) tadellos überlebt. Lediglich eine gewisse Neigung zu der einen oder anderen Seite ist feststellbar. Hier wäre es möglich die zwei Resonanzrohre im unteren Bereich gegen das Hauptrohr mit isolierten Spreizern zu fixieren.

Meiner Erfahrung nach ist die Antenne auf 30 und 40 Meter eine Top-Antenne. Hier kann man auch durchaus in den Pile-Ups mitmischen. 80Meter ist aufgrund der geringen Länge eher ein Kompromiss, zu 100 DXCC-Ländern hat es trotzdem gereicht.

Super ist die Tatsache, dass man sich um Antenne oder Abstimmung nicht kümmern muss. Band am Transceiver umgeschaltet und man kann senden. Bei spärlichen Platzverhältnissen ist diese Antenne ein treuer Begleiter für viele Jahre!
     



Fortsetzung folgt...

Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 07:04 Uhr

 

Morsen aktuell?

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Geschrieben von: Günther Löbel   
Heute noch Morsen? Jetzt aktueller den je!  

Nachfolgend einige persönliche Gedanken zur Betriebsart CW auf unseren Bändern - anno 2009:

Einleitung

Wenn man die Bänder beobachtet, so stellt man fest, dass in den unteren Bereichen (also dort, wo die Bereiche fürs Morsen liegen) alles andere als Schweigen herrscht. 

Die Damen und Herren, die hier ihrer Lieblingsbetriebsart fröhnen sind aber teils schon fortgeschritteneren Alters. Diese YLs und OMs haben aufgrund der früher notwendigen Morseprüfung (teilweise unfreiwillig) die Fertigkeiten erlernen müssen - wurden also mehr oder weniger zu ihrem Glück gezwungen (hi). 

Dies hatte  aber die Auswirkung, dass man die Vorteile und den Genuss eines CW-QSOs auch kennen lernte. 

Genau das fehlt heute! 

Mir fällt dazu immer mein Spruch zum Erlernen des Windsurfens ein: "Wenn du nie im Gleiten (der Punkt, wo das Board sich aus dem Wasser hebt und das Teil richtig schnell wird) warst, kannst du nicht beeurteilen, ob dir  Windsurfen Spass macht". 

Auch hier versuchte ich öfters vergebens, Freunde zum Erlernen dieses Sports zu begeistern (wieviele begeisterte Windsurfer gäbe es, wenn es jeder einmal erlernen müsste?)  

Zurück aber zum Morsen: 

Die Funkamateure, die sich dieser Betriebsart erfreuen tun dies aus verschiedensten Gründen.Einige davon sind (meiner Meinung nach):

  • einfach aus Spaß am Morsen, Freude an dieser Betätigung
  • selbe Reichweite mit geringerer Sendeleistung
  • weil es angenehmer für die Ohren des Funkers ist (schmale Filter erlauben es einem in der Regel das Funkgerät so einzustellen, dass man wirklich nur seinen QSO-Partner hört - auch bei vollen Bändern)
  • weil es angenehmer für die Ohren der restlichen Familienmitglieder ist (Kopfhörer vorausgesetzt)
  • auf diesem Band nur CW zulässig ist (30 Meter)
  • dieses Land derzeit nur in CW erreichbar ist (OP macht keine anderen Betriebsarten)
  • weil der OM/die YL keinen Computer für andere digitale Betriebsarten zur Verfügung hat
  • weil es dem/der OP Spaß macht, CW mit seinem Computer zu machen (der beste Filter für CW ist aber immer noch das Ohr)
  • weil die unglaublich effektive Abarbeitung eines Pileups fasziniert (guter OP am anderen Ende vorausgesetzt)
  • man will nicht aus dem Lautsprecher des Nachbarn sprechen
  • sportlicher Aspekt (High Speed CW)
  • Lokale Störungen sind besser zu "durchdringen" als in Phonie
  • man ist konkurrenzfähiger gegenüber den "Big Guns"
  • man ruft sich im Pileup nicht die Seele aus dem Leib, sondern gibt gelassen sein Call
  • man sicher gehen will, dass nicht sendet, wenn die andere Station sendet (QSK)
  • man als QRPler mit geringer Sendeleistung gehört wird
    usw.  

Also: CW ist effektiv, unkompliziert und macht Spaß 

Müsste man es eigentlich nur noch ausprobieren.... 

Morsen lernen

Über die Methoden zum Erlernen von CW will ich hier nicht berichten, es gibt heute unzählige - sehr bequeme - Möglichkeiten hierfür.

>>>>>links einfügen<<<<<<<< 

Fest steht: es hat noch jeder erlernt der dies wollte und es ist wirklich viel weniger dabei, als man glaubt. Das ist wirklich so zu verstehen! 

Keine Angst davor, zu langsam zu geben - CW-Operator sind i.d.R. Gentlemen und passen sich an.

Anfangs wird man sicher schneller geben als hören können. Wirklich schwierig ist beim Hören nur der Klartext, kommt aber beim (Kurz-)QSO selten vor. 

Speziell beim DXen - sei es im Contest oder im gewöhnlichen Pileup - gibt die CQ-rufende Station ihr Call ohnehin permanent durch. Man kann sich also das Call so oft anhören, bis man es richtig aufgenommen hat (nicht aus dem Cluster abschreiben, da betrügt man sich nur selber).  

Wichtig ist nur das "up" der DX-Station nicht zu überhören. Dies bedeutet die Station hört nicht auf ihrer Sendefrequenz (sondern i.d.R. 1khz oberhalb).

Und schon steht der Länderjagd - falls von Interesse - nichts mehr im Wege. Man wird dann automatisch besser, also schneller und sicherer. 

Wichtig: Zuerst immer hören bis man sicher ist, erst dann senden!  

Faszination CW auf Kurzwelle 

Was macht nun den Reiz dieser Betriebsart auf Kurzwelle aus? 

Vorteile der geringeren Bandbreite gegenüber Phonie:

Natürlich stehen dem OP dieselben Ausbreitungsbedingungen wie in Phonie zur Verfügung, doch ist es oft angenehmer über die CW-Segmente der Bänder zu drehen.

Abgesehen vom 10M-Band ist einfach viel mehr Platz für Stationen in der Betriebsart CW. 

Nehmen wir mal den "Worst Case" einer Bandbelegung in SSB an: Der WWDX Contest Ende Oktober.

Speziell im Sonnenfleckenminimum (das 10 Meter-Band ist hier meist unbrauchbar für hohe QSO-Raten und wenn, dann nur für Europa-QSOs) kommt es auf 20 und 40 Meter soweit, dass nicht genügend Platz für die Teilnehmer vorhanden ist und man sich um die QRGs streitet.  Der mit der stärksten Station hat die Nase vorn. Wer hier schon mal zugehört hat, weis wie chaotisch sich das anhört. Ohne sehr gute Ohren und wirklich guten Richtantennen geht es oft nicht. Kein Wunder, dass hier die Nichtcontester lieber abdrehen - ist doch die begehrte Station unter den starken Signalen oft einfach nicht auszumachen. 

Ganz anders sieht das in CW aus:

Aufgrund der Tatsache, dass man beim Morsen wesentlich weniger Bandbreite beansprucht, haben auch im Contest viele Stationen Platz. Die Folge ist, dass man auch schwächere (DX-) Stationen hört. 

Probieren Sie aus, wie viele Stationen man innerhalb 20khz im CW-Contest hört! Man kann sich durchaus während eines Contests innerhalb so einer Bandbreite hin- und her bewegen ohne dass es langweilig wird. Immer wieder werden zwischen den lauten etliche leise Stationen auftauchen, die man arbeiten kann. 

Der CQ-rufenden Station geht es genauso, auch er kann die Stationen müheloser als in SSB aufnehmen -> eben auch unser eventuell doch recht schwaches Signal! In SSB passiert es oft, dass man anruft und die Station ruft weiter CQ, als ob man nicht existieren würde. Das hat den einfachen Grund, dass die CQ-rufende Station durch die Störungen von den unter- und oberhalb seiner QRG rufenden Kollegen einfach nur die lauten Signale hört (Splatter). 

„Zwischen den Zeichen hören (QSK)“:

Viele Transceiver besitzen die Möglichkeit dieser Betriebsart, in der man zwischen den einzelnen Zeichen immer auf Empfang schaltet. Das geht so schnell, dass subjektiv der Eindruck entsteht, man hört auf dieser QRG, obwohl man eigentlich sendet. Viele OM´s wollen diese Funktion nicht mehr missen. Gedoppelte QSO´s geheuren hier der Vergangenheit an. Da diese Funktion auch schon von verschiedenen PA´s zur Verfügung gestellt wird, sollte das zeitgleiche Senden mit der DX-Station im PileUp eigentlich kein Thema sein (theoretisch...). 

Ich hoffe, es wird klarer warum ich CW angenehmer und effektiver finde? 

DXen im 160 Meter - Band:

Wer sich hier mit SSB müht ist selber schuld. Auf diesem Band sind die DX-Signale mit durchschnittlicher Ausrüstung oft hart an der Hörbarkeitsgrenze. Ist hier ein QSO in CW schon oft sehr mühsam (aber lohnend), so ist es in SSB de facto unmöglich. 

DXen im 80 Meter - Band:

Hier hätte ich mit meiner kleinen Antenne wohl nie 200+ DXCC-Gebiete erreicht, hätte ich mich auf SSB fokusiert. Der Grund liegt darin, dass hier für DX (praktisch gesehen) nur die obersten 15khz genutzt werden. Diesen Bereich nützen de facto einige Stationen mit optimaler LowBand-Ausrüstung um dort allabendlich abwechselnd oder nebeneinander CQ-DX zu rufen.

Im Prinzip kommen so dort immer die best ausgerüsteten OMs zu QSOs untereinander. Man vergleicht lediglich die unterschiedlichen Signalstärken an den unterschiedlichen Tagen. Als Little Pistol kann man jedoch eventuell dazwischen fragen, ob man es eventuell auch mal probieren dürfte... Das ist prinzipiell kein Thema, sind ja angenehme OMs. Das ähnelt mir zu sehr dem Listen-Betrieb, ich bevorzuge "Freestyle",hi.

Meldet sich wirklich ein rares DX, so endet dies meist im Chaos.

Ruft wirklich mal eine DX-Station CQ im Split-Betrieb, so braucht er ein sehr starkes Signal. Ansonsten hat er kaum Chancen ein Pileup effizient abzuarbeiten.

Was tun also sehr viele DX-Peditionen und DXer? Richtig: Sie rufen im CW-Bereich CQ. Das Signal kann auch leise sein, ein Pileup ist zu beherrschen. CQ-rufende Stationen sind ebenfalls kein Thema.

Es werden in der Folge eben dann auch nicht nur die Leute mit Monsterantennen, sondern auch Otto-Normalfunker zu einem Kontakt kommen. Und das wollen schließlich beide Seiten, die DX-Stationen und die Zuhause-Funker. Schauen Sie sich die Statistiken von großen DX-Peditionen an, der Großteil der QSOs auf 80 (meist auch auf 40 und auf 160 sowieso) werden in CW getätigt. 

DXen im 30 Meter - Band:

Ein geniales DX-Band! Gerade auch in Zeiten des Sonnenfleckenminimums liefert uns dieses Band zuverlässig Signale aus aller Welt.

Zwischen dem 20  und 40 Meter-Band gelegen, verwundert es uns nicht, dass die Ausbreitungsbedingungen ebenfalls zwischen jenen dieser zwei Bänder liegen.

Im Herbst 2009 lieferte dieses Band zuverlässig Bandpunkte aller DX-Peditionen aus dem Pazifik-Raum - und diese teilweise rund um die Uhr.

Dieses Band ist nur für "CWisten" und die digitalen Betriebsarten zugelassen, vielleicht geht es aus diesem Grund hier auch etwas ruhiger zu.

All diese Eigenschaften haben dieses Band zu einem meiner Lieblingsbänder gemacht. 

DXen im 6 Meter Band:

Hier hat mir die Erfahrung gezeigt, dass man in CW im Pileup leichter durchkommt. Grund ist, dass viele auf diesem Band Aktive kein CW machen. Vielen DX-Stationen ist CW sowieso lieber und so erreicht man manch raren Vogel knapp an der Grenze des Hörbaren. In CW fällt auch gegebenenfalls der Unterschied in der Ausgangsleistung nicht so ins Gewicht (in OE dürfen wir ja nur max. 100 Watt).  

CW auf den VHF/UHF Bändern: 

Als an CW gewohnter OM habe ich natürlich auch auf 144 und 432 Mhz diese Betriebsart ausprobiert. Leider musste ich feststellen, dass hier SSB eindeutig die Nase vorn hat - was die Aktivität auf diesen Bändern betrifft. 

Wenig Aktivität und (normalerweise) wenig QRM sind wohl die Gründe, warum die Aktivität so stark in Richtung SSB gelagert ist. Ein wenig wird es wohl auch daran liegen, dass die Funkamateure hier CW auch gar nicht beherrschen.

An Contestwochenenden findet man aber dann doch viele Stationen in CW. 

Mein Geheimtipp hier ist der Marconi-Contest. Dieser 1x jährlich auf 144Mhz stattfindende Contest läuft ausschließlich in CW und bietet ein fantastisches Angebot an Stationen. Praktisch alle UKW-Contester nehmen daran Teil. Da eben SSB nicht zulässig ist wird in CW munter QSO gefahren. Dieser Bewerb hat von Jahr zu Jahr mehr Anhänger und auch mit einer kleinen Station kann man QSOs über viele hunderte Kilometer fahren. Wie auf Kurzwelle genießt man hier den Vorteil der geringeren Bandbreite von CW (kein Splatter von den großen Stationen). So kriegt man auch mit einer kleinen Station viele neue Felder ins Log!   

Vielleicht haben diese Zeilen ja den einen oder anderen OM bewogen, doch mal die Morsetaste anzuschließen und es zu versuchen. Oder auch mal mit einem Dekodierprogramm über die Bänder drehen. Hauptsache Ak

 
Zuletzt aktualisiert am Freitag, 12. Februar 2010 um 06:59 Uhr